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Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu seinem Lebensgefühl…

Svenja für euch bei der Lesung von Alexander Gräbeldinger

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Am 18. Oktober fand im neu eröffneten Tante Guerilla Laden in Trier eine Lesung aus dem Buch „Ein bekotztes Freinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl“ statt. Das Buch stammt aus der Feder des 29-jährigen Alexander Gräbeldinger. Alex wohnt in Andernach, in der Nähe von Koblenz und ist hauptberuflich Mediengestalter. Er ist Schlagzeuger der Neuwieder Punkband „Karatedisco“ und Kolumnist des Punk und Hardcore Magazins „Ox-Fanzine“. Sein Buch ist eine Bestandsaufnahme von allen Kolumnen, die er seit 2006 für das „Ox-Fanzine“ geschrieben hat.

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Trier ist einer der derzeit fünf Stopps der „Saufen Lesen Kotzen Tour 2008“, auf der Alex zusammen mit Kumpel Jörkk Merchenbier und Mitgliedern des Kopfnussverlages Auszüge aus seinem Buch vorliest. Weitere Lesungen sind bereits geplant.

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Es ist kurz nach 20:30 Uhr, der kleine Laden in der Trier Fleischstraße ist voll.
Die Lesung beginnt mit einem Intro von Jasper Korte alias „der lustige Bob“, der den Kopfnussverlag vor einem Jahr mitgründete. Er liest aus dem Buch „Beiträge für einen kreativen und farbenfrohen Weltuntergang“ vor, welches vom Kopfnussverlag 2007 veröffentlicht wurde. Danach liest Jörkk Mechenbier das Vorwort zu „Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl“ vor. Das Vorwort stammt aus seiner Feder und handelt davon, wie er Alex kennen lernte. Dann beginnt Alex mit seiner Lesung. Er liest insgesamt drei Auszüge vor. Den letzten liest er mit Kumpel Jörkk im Wechsel. Es dauert nicht lange, bis Alex das Publikum auf seiner Seite hat. Denn das, was Alex so unheimlich sympathisch macht ist die schonungslose Ehrlichkeit mit der er sein Publikum konfrontiert. Er versucht nichts zu beschönigen. So gesteht er den Zuhörern bereits zu Anfang, dass er eher ein introvertierter Typ ist, aber für die Lesung versuchen würde über seinen eigenen Schatten zu springen. Schonungslos ehrlich ist auch sein Buch. Die Kolumnen thematisieren verschiedene seiner Alltagserlebnisse. Bei denen er sich aber keineswegs zum Helden stilisiert. Eher im Gegenteil. Beinahe schon zynisch reflektiert er diverse unglückliche Damenbekanntschaften, genauso wie verkaterte Nächte, deren Folgen und sonstige Hindernisse, mit denen einen das Leben konfrontiert. Das ist es aber, was „Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl“ so unwiderstehlich gut macht. In diesem Buch kommt alles Zusammen. Angefangen von philosophischen Erkenntnissen, über Selbstironie und trockenen Humor bis hin zu dem bekannten Tritt ins Fettnäpfchen. Alex geht dabei nicht gerade zimperlich mit sich und seinem Umfeld um. Aber gerade diese Offenheit sorgt beim Lesen des Buches oftmals für Lachen, wahrscheinlich auch deshalb, weil man einige Situation selbst nur allzu gut nachvollziehen kann.

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Youth Today wollte ein wenig mehr über Autor und Buch erfahren und hat nachgefragt:

Frage: Wie kam die Idee dazu deine Kolumnen aus dem „OX-Fanzine“ als Buch herauszubringen?
Alex: „Ich fand die Idee ganz cool ein Buch raus zu bringen. Die Texte waren ja da und ich dachte mir ein Versuch wäre es allemal wert. Wobei ich absolutes Anfängerglück hatte, dass ich direkt einen Verlag gefunden habe, der bereit war, das Buch zu veröffentlichen. Hätte ich keinen Verlag gefunden, hätte ich das Buch allerdings auch allein herausgebracht. Aber es ist auf jedenfall super, dass ich Leute gefunden habe, die Interesse an meinen Texten hatten“.

Frage: Die Texte, welche in deinem Buch abgedruckt sind, sind bereits alle als Kolumnen im „Ox-Fanzine“ erschienen. Warum glaubst du kaufen die Leute dein Buch trotzdem? Oder anders gesagt, was macht das Buch so besonders?
Alex: „Das Buch ist sehr schön gemacht. So gibt es Illustrationen von Arne Kulf alias AKU!, der bereits für Bands wie PASCOW, MUFF POTTER und BAMBIX Plattencover gestaltet hat. Zudem gibt es ein Vorwort von Jörkk Mechenbier, ein Nachwort und ein Interview mit mir, welches die Jungs von Tante Guerilla geführt haben. Ich denke das sind genug Argumente. Außerdem erhoffe ich mir neue Leser, die meine Texte nicht bereits aus dem Ox-Fanzine kennen oder meine Kolumnen bis dato nur sporadisch verfolgt haben“.

Frage: Sind in dem Buch alle deiner bisher im „Ox-Fanzine“ erschienen Kolumnen abgedruckt?
Alex: „Das Buch ist eine Bestandsaufnahme sämtlicher Kolumnen, die ich bis zur Herstellung des Buches geschrieben hatte. Da das „Ox-Fanzine“ alle zwei Monate erscheint, liegen aber bereits schon wieder zwei neue Texte vor“.

Frage: Das Buch ist im Kopfnussverlag erschienen. Wie kamst du auf den Verlag?
Alex: „Das erste Buch, das der Kopfnuss Verlag herausbrachte (Kopfnuss #1: Beiträge für einen kreativen und farbenfrohen Weltuntergang), wurde u.a. über Tante Guerilla vertrieben. Dadurch wurde ich auf den Verlag aufmerksam und nahm Kontakt auf. Der Grund dafür war, dass ich das Gefühl hatte, dass meine Texte dem Profil des Verlages entsprechen könnten. Infolgedessen war es also eine sehr gezielte Entscheidung mich dem Kopfnuss Verlag vorzustellen. Erfreulicherweise lag ich mit diesem Gefühl richtig und meine Texte fanden Anklang“.

Frage: Du schreibst in deinem Buch über Dinge, die du in deinem Alltag erlebst. Das Buch gibt z.T. einen sehr persönlichen Einblick in dein Leben. Ist es dir nicht unangenehm fremden Personen deinen Innenleben preis zu geben?
Alex: „Einen ehrlichen Mann kann man nicht auf die Knie zwingen (lacht). Ich bin mein eigener Regisseur. Die Sachen, die ich schreibe platzen ja nicht aus mir heraus, ich habe immer Kontrolle darüber. Würde es dem widersprechen, was ich von mir nach außen tragen möchte, dann würde ich es verhindern“.

Frage: Wie authentisch sind die im Buch beschriebenen Erlebnisse aus deinem Leben wirklich?
Alex: „Die Erlebnisse basieren alle auf wahren Begebenheiten. Natürlich fließt immer ein wenig dichterische Freiheit ein, aber sobald ich einen Text veröffentliche, schreibe ich ja nicht nur für mich, sondern auch für andere. Meine Texte sind Momentaufnahmen persönlicher Stimmungen und Erfahrungen und ich entscheide darüber, in welcher Art und Weise ich sie jemanden mitteilen möchte. Dennoch ist es in der Tat so, dass der Wahrheitsgehalt der Geschehnisse, von denen ich berichte, in den meisten Fällen unangerührt bleibt“.

Frage: Wird es einen zweiten Teil geben? Oder planst du demnächst weitere Veröffentlichungen?
Alex: „Leser des Ox-Fanzines werden auch in Zukunft nicht von mir verschont bleiben. Aus diesem Grund liegt der Gedanke nicht völlig fern, dass es irgendwann einmal eine Fortsetzung in Buchform geben könnte. Aber immer langsam mit den jungen Pferden - mein erstes Buch ist soeben gerade erst erschienen!“

„Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl“ ist im Kopfnussverlag erschienen (www.kopfnuss-verlag.de) und kostet 9,90 Euro.