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***Bela B. y los Helmstedt bringen Las Vegas nach Losheim***
Text & Bilder: RockChick

 

 

 

Freitag der 15.09. ein denkwürdiger Abend, wann hat man in der Losheimer Luft, in der Saarländischen Provinz, schon jemals soviel Las Vegas Glamour geschnuppert.

Denn er ist da, endlich auch mal Solo mit 100 % Bela Der beste Drummer der Welt tourt mit seinem Bingo Album durch das Land und begeistert alle Menschen am Wegesrand. Aber nein lassen wir das alberne Gereime, das kann der Graf nämlich nun deutlich am besten. Aber ich will ja nichts vorweg greifen..

Am Anfang war da die Eisenbahnhalle, gegen 19:40 schon recht prall gefüllt. Einmal an den Security Leuten vorbei und ab in die Welt des Bela B. Ist der Spandauer Graf geboren in der Glam Hauptstadt Las Vegas für seinen ureigenen Stil bekannt und beliebt so sind auch seine Fans allesamt Individualisten. Ich sehe geschminkte und blasse Gesichter ein Outfit alternativer und ausgefallener als das andere jede Menge Chucks und Tätowierungen.

Nahe dem Eingang stehen zwei Merchandise Stände Die geballte Modewelt des Grafen sowie die etwas schmälere aber nicht zu verachtende Auswahl der Traceelords der heutigen Vorband.

Direkt ins Gesicht gesprungen ist mir das schwarz rot

gestreifte Bingo is dead Shirt. Ein sehr feines Teil. Positiv auffallend sind außerdem die außergewöhnlichen Artikel im Sortiment, eben kein Standard sondern einfach Bela! Das sieht nicht nach aufgezwungenem Kommerz aus sondern freut einfach.

Gegen 20:00 Uhr dann geht endlich das Licht aus und wer kommt mit schwarzer Kappe rotem Shirt und lässiger Hose auf die Bühne? Na? Der Graf höchstpersönlich, begrüßt das Publikum und kündigt stolz seine Vorband an die Traceelords. Die sind nun schon zum zweiten Mal dabei und haben sichtlich Spaß. Nicht schwer bei diesem Publikum heute Abend. Die Losheimer haben richtig Lust abzurocken und so ergibt sich eins aufs andere. Die Traceelords rocken sich eine gute halbe Stunde durch die Halle mit den Titeln ihres aktuellen Albums „The Ali of Rock“. Traceelords sind eine ehrliche, rotzige Rock Band. Fallen auch durch ausgefallenen und accessoirereichen Outfits auf und bestechen durch klare harte Riffs und peitschendes Drum im Hintergrund. Auffallend klar und sauber klingt auch der Gesang. Hm, Traceelord lecker fein. Die aktuelle Single "my evil Girlfriend" und zum Abschluss eine fetzige Coverversion von Boney M's Daddy Cool lassen die Halle zum ersten Mal beben. Das kommt scheinbar auch bei der Band so gut sodass Sänger XXXXXXXXXX nicht nur sagt er liebe jeden einzelnen hier in der Losheimer Halle sondern scheinbar auch noch jeden einzelnen begrüßen möchte und somit ein erfrischendes Bad in der Menge nimmt. Fragt sich allerdings wer dabei nasser wurde, der verschwitzte Sänger oder diejenigen die Ihn auf Händen durch die Menge trugen.. ;-) wie auch immer eine bessere Vorband hätte es für den Grafen an diesem Abend wohl kaum geben können. Glücklich und beflügelt tauchen die Traceelords nach kurzer Verschnaufpause am Merchandise stand auf und nehmen sich sichtlich Zeit für alle Interessierten.

Aber jetzt ist erst mal umbauen angesagt du dabei warten.. Die Spannung steigt und schon bald stimmen die ersten „Wir woll`n den Bela sehen“ Gesänge an. Je mehr es gegen 21 Uhr geht desto mehr Fotografen finden sich nun auch vor der Bühne ein und bei der Anzahl von etwa 10 Fotografen mache ich mir erste Gedanken überhaupt was zu sehen. Die Bedenken stellen sich allerdings als unberechtigt heraus. Das Licht geht aus und das Intro von Bingo ertönt und gibt den Los y Helmstedt zeit sich auf der Bühne zu platzieren. Und mit den ersten Riffs steht er dann in der Mitte der Bühne: Bela B.

Das extravagante Outfit hat er mit seinem Charme eigentlich gar nicht nötig aber der maßgeschneiderte weiße schwarzgestreifte Anzug mit BB Initialen am Revers sieht doch einfach verdammt gut aus.

Dazu trägt er die Riesen Ringe an den Fingern und zerrt die Akkorde auf seiner Gitarre.

Der erste Knaller des Abends ist „Häng die Gitarre runter“ und es tut einfach gut die Songs jetzt mal live zu hören die man sonst immer nur fröhlich von der Platte mitsingt.

So vielseitig wie Bingo von der runden Scheibe klingt so klingt sie auch hier. Die Live Band ist Top! Ein eingespieltes Team steht auf der Bühne und sie haben verdammt viel Spaß!

Lineup wie folgt:
Mittig, dr Graf Bela B. mit wechselnden Gitarren und immer gutem Gesang, rechts davon Gitarre (Wayne), rechte Seite hinten die zuckersüße Pauline die am Keyboard und am Gesang unterstützt, hinten Mitte Ex Gluecifer Schlagzeuger Danny Young, links, außen, hinten steht der Bass (Holly), und links vorne Gitarre Numero 2 (Olsen).

Gespielt werden alle Lieder vom geliebten Bingo Album, "Baby läuft fort" allerdings in englischer Fassung ("Leave") eine Traumhafte Ballade interpretiert von Bela und Pauline. Zusätzlich zu dem Album Repertoire werden die B-Seiten der beiden Singles 1.2.3. und Tag mit Schutzumschlag geliefert die da wären: "Wenn das mal Liebe wird" und "Loverboy". Cleverer Schachzug, denn diese beiden Titel rocken so gut dass sie zum Kauf der Singles animieren obwohl das Album schon im Schrank steht. Aber das ist noch längst nicht alles: Hinzu kommt noch eine Bela Version von Cindy Lauper's "Monkey" sowie in der Zugabe eine starke Nummer von den Ramones "Pet Cemetary".

Bei dieser Nummer steigt Danny Young vom Schlagzeugpodest nach vorne greift sich das Mikrofon und fragt in die Halle "Do you want to hear the Boss play Drums?" Die antwort ein ganz klares: "YES". Also greift Bela zu den Stöcken und hämmert in gewohnter Ärzte-Manier den Rhythmus in das Drumset während Danny Young vorne den Entertainer gibt.

Weiteres Schmankerl im Programm ist der Titel " Deutsch kauft nicht bei Nazis" dieser Song ist ebenfalls nicht auf dem Album Bingo drauf dafür allerdings kostenlos im Netz verfügbar (Infos: www.Bela-b.de) Es geht im Song darum dass immer mehr Menschen Sympathien zu den neuen rechtsgerichteten Parteien entwickeln hinter denen Neo-Nazis stehen. Belas ganz persönlicher Protest gegen diese Entwicklung ist dieser Song!

Beim Titel "der erste Song des Tages" gibt's einen Gruß an Belas Idol Lee Hazlewood der scheinbar krank im Hospital liegt, die rauchige Country stimme übernimmt Wayne. Wayne ist es auch der an diesem Abend die "Traumfrau" aus dem Publikum aussuchen darf, die glückliche Lady die beim gleichnamigen Song auf die Bühne darf und mit Bela einen sexy Tanz hinlegt. Wayne entscheidet sich für die beiden etwa 12 jährigen Zwillinge aus der ersten Reihe, beide sichtlich happy mit dem Grafen auf einer Bühne stehen zu dürfen.

Aber auch der Rest vom Publikum kommt immer wieder auf seine Kosten und beteiligt sich fleißig am Ablauf der Show. So sind zum Beispiel einige Fans dabei die bereits Shows in Luxemburg und andere Stätte besucht haben und nun lauthals und mit Plakaten nach dem Schnitzelbrot Song ruft. Etwa zur Halbzeit ertönen die vertrauten ersten Töne von "1.2.3..." und um das Publikum erstmal in die richtige Stimmung zu versetzen ergeht folgender Aufruf: Man nehme beide Hände nach oben, man führe Zeigefinger und Daumen der rechten Hand zu einem Kreis zusammen, man hebe den Zeigefinger der linken Hand und führe diese nun in den Kreis ein, rein, raus... Nun nehme man den Mittelfinger der linken Hand nach oben und das ist dann: zweitens.. und so fort. Die Anleitung zum lustigen Gruppensex-Finger**** a la Bela B. Den Losheimern gefällt's, denn nahezu alle Hände sind oben!

Insgesamt gesehen bietet der Abend alles was das Herz begehrt: mind. einen charismatischen Künstler, fette 2 Stunden lang voller satter, sauber gespielte Musik für's Herz, zum Rocken, zum Nachdenken und zum Spaß haben, sowie einen wahnsinnig gut gelaunten und ausgelassenen Bela B. der immer wieder durch spontane Reime, den Schnitzelbrot Song oder dem "Finger F***" bei "1.2.3..." sein Publikum amüsiert und mitreißt.
Mister, wir würden sie gerne öfters sehen im Saarland, vielen Dank für so viel Las Vegas.

 

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