| Sie kommen aus Trier,
machen richtig guten Hip Hop und für ihr Leben
auf der Überholspur gibt es „Keine Garantie“
Vor über einem Jahr haben Amanuel (aka „Lived
Susej“), David (aka „Clever“)
Nico (aka „Nicoraw“) und Lars (aka
„Chilla“) ihre Band gegründet
und seitdem zahlreiche Auftritte mit Erfolg bestritten.
Ihr größter Gig war das „e-Lake-Festival
2004“, wo sie vor über 2000 Fans als
Vorgruppe von „5 Sterne Deluxe“ gefeiert
wurden. Youth-Today hat die jungen Künstler
live on stage begleitet und im Studio zum Interview
getroffen.
Youth-Today: Wie kam denn eure Band zusammen?
Nico: „David und ich haben gemeinsam die
Schulbank gedrückt.
In den Pausen und nach der Penne kickten wir Freestyles
und
sangen alles, was im Radio lief.“
David: „1993 habe ich `Chilla` auf einer
Party kennen gelernt, der
auch schon fleißig an eigenen Texten schrieb.
Unser Producer
Faysal Matar zog schließlich Amanuel für
`4Deep` an Bord.“
Youth-Today: Ein glücklicher Zufall, oder?
Lars: „Auf jeden Fall, denn Nico und ich
sind die einzigen echten Trierer, wobei Nico`s
Wurzeln in Tunesien liegen. David kommt ursprünglich
aus Polen und Amanuel ist in Eritrea geboren.“
Amanuel: „Wir sind eine richtig multikulturelle
Band und das spürt man auch durch unsere
Musik.“
Youth-Today: Was bedeutet die Musik für
euch?
David: „Für mich ist die Musik Ausdruck
meiner Weltsicht, die ich einfach weitergeben
will. Dabei ist es mir allerdings wichtig, jedem
seine eigene Meinung zu lassen.“
Lars: „Ich hoffe, dass unsere Texte unter
die Haut gehen und wir die Menschen zum nachdenken
bringen. Wenn wir über Krieg, Umwelt, Liebe
oder Politik rappen, wollen wir etwas damit bewegen.“
Youth-Today: Ihr seid im „ExHaus“
aufgetreten – „Bushido“ wurde
ausgeladen. Was haltet ihr von solchen Gangsta-Rappern?
Amanuel: „Das sind auf keinen Fall Vorbilder
für uns. Wir sind gegen die Aggro-Schiene
und bleiben lieber unserem eigenen Stil treu,
der sich gegen Gewalt, Drogen und Schulschwänzen
richtet.“
Youth-Today: Wie kommen denn eure Texte zustande?
Nico: „Wir vier machen die Musik nicht
hauptberuflich. Ich arbeite als Einzelhandelskaufmann,
`Chilla` und `Lived Susej` sind im Pflegebereich
tätig und `Clever` hat eine Ausbildung zum
Mediengestalter absolviert. Wenn wir uns zwischendurch
zum Proben treffen, hat oft jeder neue Ideen gesammelt,
die wir dann ausprobieren.“
David: „Ja, wir schreiben jeden unserer
Texte selber, die auch zum Teil mehrsprachig sind.
Wir leben unsere verschiedenen Nationalitäten
aus und wollen durch englische, französische
oder auch polnische Textpassagen Völker verbinden,
weil dies der Ursprungsgedanke des Hip-Hop ist.“
Youth-Today: Klare Message. Haben eure Künstlernamen
auch eine Botschaft?
Amanuel: „Meinen Namen muss man rückwärts
lesen, um hinter die Bedeutung zu kommen. Mit dem
Gegensatz will ich zeigen, dass es nun mal Gut und
Böse auf der Welt gibt, aber es sich immer
lohnt für das Gute zu kämpfen.“
Nico: „Bei mir steht `raw` für mein
Temperament, dass ich als Tunesier im Blut habe."
Lars: „Viele Menschen nehmen das Leben
viel zu ernst. `Chilla` ist abgeleitet von englisch
`chillen` (ausspannen, genießen) und beinhaltet
zudem meine Anfangsbuchstaben. Sogar ein Tattoo
habe ich mir dazu auf den Oberarm stechen lassen."
David: „Aber ohne `Cleverness` geht es
nicht, deswegen heiße ich so.“ (lacht)
Youth-Today: Gerade ist euer erstes Album „Keine
Garantie“ erschienen. Welche Zukunftspläne
habt ihr?
Lars: „Unser nächster Auftritt wird
der `Summer-Jam` im `ExHaus` am 3. September sein.
Außerdem sind wir schon dabei, ein neues
Album zu produzieren...“
Youth-Today: Wir wünschen euch auf jeden
Fall alles Gute und viel Erfolg!

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