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YouthToday- Interview mit Ingo Pohlmann

pohlmann

Text: Anna Oertel

Über 30 Songs, etliche Live-Konzerte, Festival-Auftritte und Interviews.
Dabei ist er natürlich und trocken ehrlich wie kein anderer. Tausende treue Fans, Anhänger seiner wundervoll, teilweise melancholischen, teilweise aufbauender Musik.

Die Rede ist von Pohlmann, Ingo Pohlmann.

Er wurde 1972 in Rheda-Wiedenbrück geboren. Sein Vater leitet ein erfolgreiches Bauunternehmen, seine Mutter ist Musikerin, wie er uns im Interview berichtete.

<Ich habe es mir sozusagen von klein auf bei Mama abgeguckt.>

Doch sein Vater hatte andere Pläne mit ihm. Schon in früher Kindheit erwartete man von Ingo Pohlmann, dass er später einmal den Familienbetrieb übernehmen sollte. Doch für ihn kam dies nicht in Frage.

<Ich habe schon immer gesungen>, erzählte er uns lächelnd.

<Da gab es diese Abkürzung zur Schule, dieser eine dunkle Waldweg. Da sang ich immer ganz laut.>

Doch sein Talent blieb seiner Familie letztendlich nicht verborgen. Selbst sein Bruder sprach ihn auf seine Stimme an und sagte ihm, er solle <etwas draus machen>.

An dieser Stelle gebührt der Dank wohl Ingo´s nettem Bruder. Wer könnte sich ihn wohl als Maurer oder dergleichen vorstellen?
Ingo Pohlmann entschied sich richtig und somit gegen den Familienbetrieb und für die Musik. Er jobbt lange Zeit als Kellner im <Bar Projekt 1>. Dort begegnet er auch Freund und späterem Bandmitglied Hagen Kuhr. Ein ebenso netter und aufrichtiger Mensch, wie ich später aus Gesprächen mit ihm erfuhr.

Schon damals kam Pohlmanns Musik gut an und so füllte er montags das <BP1> mit mehr musikbegeisterten Menschen als an irgendeinem anderen Wochentag. Musikalisch gesehen reicht meiner Meinung nach im deutsch-Musik Bereich kaum einer an Ingo Pohlmann heran. Im Gespräch bemerkte ich, was für einem außerordentlich bewundernswerten Menschen ich gegenübersaß.

Und dann sah ich, nicht zum ersten Mal in diesem Gespräch, diesen Ausdruck in seinem Gesicht. Wie bei jeder Frage zuvor, die seine Musik betraf. Er ist einer der wenigen, die sich meiner Meinung nach Musiker nennen dürfen, einer der es wahrhaftig liebt.
Das er dabei Geld verdient, scheint für ihn nicht mehr und nicht weniger als ein hübscher und wohlverdienter Nebeneffekt zu sein.
Und nun der mit Abstand schönste Schlusssatz meiner Artikels, von Ingo Pohlmann persönlich:<Musik ist die Hure der Kunst. Du kannst mit ihr machen was du willst.>