.::YT-Exclusiv-Interview::.

 

***Saarbrücken sieht ROT***

...und Sabrina Setlur erzählt im Youth Today Interview exclusiv warum dass gut so ist!

Text & Bilder: RockChick

 

 

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Deutschlands erfolgreichste Rapperin muss man nun wirklich niemandem mehr vorstellen. Sabrina Setlur, ehemals auch unter Sabs und Schwester S bekannt, meldet sich nach langen vier Jahren mit ihrem neuen Album zurück, das ganz anders ist als all das, was sie bisher gemacht hat. Es ist und heißt: Rot.
Rot sticht nicht nur durch die Farbe ins Auge, nein, an Rot fällt auf, dass das ganze Album sowie das Drum herum eine absolut runde Sache ergibt. Vom Coverart, über die Marketingaktionen, bis hin zu dem neu gestalteten und sehr gelungenen Webauftritt (www.rot.fm). Ein Konzeptalbum, das so facettenreich ist wie die Künstlerin selbst.
Sabrina Setlur ist nach Saarbrücken gekommen, um beim neuen Spitzenformat des SR Kulturradios redenmit (www.redenmit.de) dabei zu sein.
Vor der Show hat sie sich Zeit für Youth Today genommen. Wir sind das einzige Magazin, dass ein Interview an diesem Tag mit ihr gemacht hat. Wir fühlen uns geehrt und sind gespannt, als wir uns auf den Weg zum Halberg machen.
Mit einem warmen Händedruck werden wir begrüßt, und mit den Worten „Kommt mit in mein Haus!“ und einem verschmitzten Lächeln führt Sie uns dann in die Eingangshalle des Funkhauses und wir machen es uns auf Sesseln und Sofas gemütlich.

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Youth Today:  Frau Setlur, schön, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Wir freuen uns echt tierisch…

Sabrina Setlur: Also erstmal: ich bin die Sabrina, und zweitens: Natürlich, gerne.

YT: Okay :-)  Also: Rot heißt das neue Album, und einer der schönsten Songs ist „das Leben in rot“. Ein Song, in dem ganz unterschiedliche Menschen erklären, warum das Leben schöner und intensiver in rot ist. Was macht denn für Dich das Leben schöner und intensiver in rot?

Sabrina:  Eigentlich ist für mich schon alleine das Album alles, was mein Leben intensiver und schöner macht. Wenn man das jetzt mal ein bisschen erweitert,  dann bedeutet das einfach Lebensfreude. Es bedeutet: Sag ja! Ich glaube, dass generell die Sichtweise auf die Dinge im Leben eine sehr tragende Rolle spielt. Weißt Du, es gibt Zeiten in der Entwicklung eines Menschen, wo man Dinge einfach sehr eng sieht. Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich mich wirklich an vielen Dingen erfreuen kann und die Dinge einfach so nehme, wie sie sind und nicht mehr alles so engstirnig sehe. Aber ich denke, diese Entwicklung macht jeder mit. Für mich ist Rot jetzt so ein Punkt am Ende einer Entwicklung. Das Album selbst macht mein Leben intensiver, denn diese Platte beinhaltet so viele Emotionen und Gefühle von mir. Ich bin ja schließlich auch nicht immer lustig und gut drauf, daher gibt es auf Rot Gitarrenballaden von 75 Bpm, aber auch Elektronikspielereien von bis zu 135 Bpm. Aber ich glaube, die ganze Platte  gibt schon einen sehr guten Eindruck von dem, was für mich das Leben intensiver und schöner macht.

YT:  Es gibt auf Rot den gleichnamigen Titel Rot, der so wütend daherkommt und der alles, was tief in einem drin steckt, raus lässt. Dann gibt es auch diese sanften Tracks wie  Das fühlt sich gut an, also wahnsinnig facettenreich. Wie entstehen denn die Sabrina Setlur Titel?

Sabrina: Naja, erstmal ist das Leben die Grundlage für die Songs. Du liebst, Du empfindest, Du nimmst auf, und Sachen beschäftigen Dich. Manche mehr, manche weniger, und mit manchen setzt Du Dich dann auseinander. Manche töpfern, malen, oder machen Ausdruckstanz. Ich schreibe ganz einfach meine Gedanken auf und mach daraus ein Lied. Indem Du Dich erstmal mit einem Gefühl beschäftigst, mit dem was gerade so in Dir abläuft. Und dann ist es halt eine ganz, ganz schöne Sache, wenn Du ein Playback dazu hast, um dann daraus ein Lied machen zu dürfen.

YT: Hast Du denn dann auch immer ein Buch dabei, in dem Du solche Sachen aufschreibst?

Sabrina: Nee, ich bin eher jemand, der sich dann wirklich erst zu Hause ganz in Ruhe hinhockt und aufschreibt. Wenn man mit dem Tag abgeschlossen hat und dann nochmal alles Revue passieren lässt. Das Ding mit direkt ins Buch reinschreiben hab ich früher mal gemacht. Aber oftmals war es dann so, wenn Du dann nach Hause kommst, das nochmal liest, dann denkst Du: Was ist denn das für ein Schrott? Manchmal übertreibt man halt auch einfach. Ich brauche also eher meine Ruhe und meine Zeit und genieße es dann auch sehr, darüber zu sinnieren.

YT: Der Style des Albums fällt ganz besonders auf: Angefangen beim Coverart, dann kommt fast in jedem Titel irgendwie Rot vor, der Launch der zugehörigen Webseite bis hin zu sehr, sehr schönen Promo Aktionen zu Rot, zum Beispiel die Telefonaktion zu das Leben in Rot...

Sabrina: Ja, das war zum 15. Track, gleichzeitig das Outro auf Rot. Der Hintergrund dazu war folgender: da ich ja weiß, was für mich das Leben in rot intensiver und schöner macht, hat sich dann einfach die Frage gestellt: wie ist das denn da draußen bei den Leuten? Also haben wir dieses rote Telefon eingerichtet, auf dem die Leute anrufen und einfach sagen konnten, was oder warum für sie das Leben intensiver in rot ist. Und da kamen halt wunderschöne Sachen dabei heraus. Ein Beispiel, das ich immer sehr, sehr gerne wieder aufgreife, weil es mir auch sofort im Kopf geblieben ist: Wir hatten eine Supporterin, die ich auch persönlich kenne, die hat da angerufen und hat angefangen zu erzählen: es gibt verschiedene Haarfarben, verschiedene Augenfarben und verschiedene Hautfarben. Aber das, was uns alle verbindet, das ist die Farbe Rot. Denn durch uns alle fließt Blut, und Blut ist rot.
Es klingt jetzt zwar patethisch, aber dieses Statement hat mich sehr gerührt. Da habe ich echt Gänsehaut bekommen. Insgesamt ist das ein wunderschönes Outro für das Album geworden.

YT: Und die Aktion bei der Limited Edition von Lauta mit Gutscheinen zu einem Telefonat mit Dir? Ist die schon gelaufen?

Sabrina: Bis jetzt noch nicht! Also ich meine, ich rede immer, den ganzen Tag über! Vielleicht ist es schon gelaufen und ich hab es gar nicht mitgekriegt?? Aber nee, ich hab bis jetzt leider noch nicht mit einem telefonieren dürfen, aber ich find‘s ne sehr schöne Idee. Es war nicht meine Idee, sonst hätte ich es natürlich nicht gemacht (lacht), aber wie so viele Dinge werden einfach solche Sachen über meinen Kopf hinweg entschieden. Aber ich rede natürlich gern und ich finde, der- oder diejenige, der diese Nummer hat, hat natürlich auch ein Anrecht darauf.

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YT: Und diese T-Shirt-Schneide Aktion? Wie kam denn das zustande?

Sabrina: Ja, die Aktion läuft aktuell. Und die ist wirklich ganz, ganz früh bei der Produktion von Rot entstanden. Der Moses (Moses Pelham, Producer und Inhaber von 3p, Anm. der Redaktion) wollte, dass ich irgend so ein zerrissenes T-Shirt anziehe, und ich stand dann da mit einem T-Shirt und dachte mir: Wie soll ich denn jetzt das T-Shirt zerreißen? Ich meine, wie macht man denn sowas?? Ich habe dann einfach angefangen, daran rum zu schnippeln, und irgendwann kam dann dieses T-Shirt raus. Das ist ja auch im Booklet auf dem Foto in der Mitte abgebildet. Dann haben auch die Terrorschwestern (die heißen Ladys aus dem Lauta Video mit den Ghetto Blastern, Anm. der Redaktion) solche Shirts getragen. Und irgendwann kamen immer mehr Leute an und haben gesagt: Ich will auch so ein T-Shirt! Und ich dann: Was???!
Der Moses fand das auch ne geile Aktion und dann hat er mich halt gefragt, ob das viel Aufwand wäre, so was zu machen und ich sagte: Überhaupt nicht!! Ich, als verkappte Designerin,  fand das natürlich super toll, dass meine designten T-Shirt-Styles erworben werden können. Es ist nichts Großartiges, also bestimmt kein Teil, wo ich sagen würde: geh damit in die Schule und gib an! Es ist halt einfach ein T-Shirt, woran ich ein bisschen rumgeschnippelt hab. Es macht mir einfach sehr viel Freude, dass es jemanden gibt, der diesen komplett wirren Schnitt schön findet (lacht). Das ist einfach eine Sache wo ich sag: Hey, gerne! Mach ich dir!
Wir hatten das erst letzte Woche wieder. Und derjenige, der das bestellt, der kriegt natürlich auch den Beweis, dass ich das selber mache. Nicht, indem ich jetzt vor seiner Tür stehe und das Shirt schneide, aber es wird ein Bild mitgeliefert, der den Schneideprozess zeigt, damit man sieht, dass ich das auch wirklich selber schneide.

YT: Wäre das denn ein zweiter Karriereweg: Designerin  Sabrina Setlur?

Sabrina: Ein zweiter Weg wäre das bestimmt nicht. Wenn man das so nebenbei machen könnte, was man nun leider aber nicht kann, wäre das ne schöne Sache. Wenn Du dann selber Deine Lieblingsstücke entwerfen könntest und wenn Du dann auch jemanden hättest, der Dir das schneidert, dann wäre das natürlich wunderbar. Aber für mich ist in erster Linie Musik die Priorität. Das mit diesen T-Shirts ist einfach eine schöne Nebensache. Ich mein, ich muss ja jetzt nicht 130.000 T-Shirts an einem Tag machen, bisher hält sich das ja noch in Grenzen. :-)

YT: Eigentlich hast Du ja BWL studiert, und dann heißt es, Du wurdest sozusagen während dem Autofahren und nebenbei mit Rappen entdeckt. Erzähl doch mal, wie war das damals eigentlich genau?

Sabrina: Tja, man hat 13 Jahre Schule hinter sich und dann fragst Du Dich: Was machst Du? Bei mir war es so: mein Vater ist Banker, und ich wollte irgend sowas wie Jura oder BWL studieren. In erster Linie erst einmal, um meine Eltern zufrieden zu stellen. Ich hab mich dann auch eingeschrieben für BWL, bin aber nur bis zum ersten Vordiplom gekommen, weil ich mich dann entschieden habe, Musik Fulltime zu machen. Das ist die eine Geschichte, die andere ist die, dass damals der Moses schon Künstler war. Er hat damals gerade TwilightZone gemacht, und er hatte dann halt auch RHP am laufen. Für mich war es einfach toll, Freunde zu haben, die das machen, wobei ich bei deutsch anfangs noch sehr zögerlich war. Ich glaub, jedem ging das so als die deutsche Musik raus kam. Ja, irgendwann saßen wir gemeinsam im Auto, hörten Musik und wenn Du im Auto sitzt und Du hörst ein Lied, dass Du schon 20.000 Mal gehört hast, dann singst Du halt mal mit. So war das halt auch bei mir. Dadurch hab ich wohl die Aufmerksamkeit von Moses bekommen. Er war der Meinung, dass ich Rhythmus habe, und da hat er mich gefragt, ob ich eine halbe Strophe von wenn es nicht hart ist auf der Direkt aus Rödelheim rappen wollte. Ich dachte mir: Hey, kannst ja nix verlieren! Komisch fand ich das anfangs schon, aber es hat mir unheimlich Spaß gemacht. So sind wir dann auf das Projekt Schwester S gekommen, und von da an ging es los.

YT: Schwester S ist ein guter Punkt. Mir fällt da ein, dass es bei den Fantastischen 4 einen Song gibt, in dem Thomas D über Schwester S rappt, und umgekehrt rappst Du eine ziemlich coole und lustige Strophe auf der Viel mit. Wie ist das so zwischen Sabrina Setlur und den Fantastischen 4? Die Presse schreibt gerade bei solchen Sachen ja immer furchtbar gerne und furchtbar viel...

Sabrina: Ja, da siehst Du mal, dass halt Vieles nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Zu der Zeit war das halt so, dass man sich über dies und das lustig gemacht hat. Für die Presse war das ein gefundenes Fressen. Die Medien haben da mehr draus gemacht, als da eigentlich war. Ich meine, das ist doch ein Spiel. Gerade im Rap, weil Du da so mit den Worten spielen kannst, da bietet sich das gut an, auch mal andere Künstler als Vorlage zu nehmen. Aber bei mir war das nie so seriös oder ernsthaft dass ich gesagt hätte, ich hab was gegen die Fanta 4 oder gegen weiß ich nicht wen. Im Grunde interessiert mich das eigentlich alles gar nicht. Michi Beck ist zum Beispiel ein sehr, sehr netter Mensch, und die anderen auch. Insgesamt denke ich ist da sehr viel Show dabei. Also ich kann jetzt nicht sagen, wie es bei den anderen im Business ist, bei mir war das jedenfalls eigentlich nie ein Thema.

YT: Obwohl ja gerade im Hip Hop das „dissen“ echt oft vorkommt…

Sabrina: Vielleicht bin ich in dem Punkt auch etwas ignorant. Ich hab so meinen eigenen Hip Hop für mich aufgebaut, und da findet sowas halt einfach nicht statt. Es interessiert mich auch ehrlich gesagt gar nicht. Es hat mit Sicherheit seine Daseins Berechtigung, derjenige der das machen will, der soll das machen. Aber für mich ist das nicht mein Hip Hop. Für mich ist mein Hip Hop das, was ich auf Rot mache, und damit bin ich sehr glücklich und da lebe ich ganz intensiv damit, und that‘s it.

YT: Ich muss nochmal auf das Leben in Rot zurückkommen. Dieser Titel ist echt wahnsinnig schön, ich finde sogar einer der schönsten auf dem Album, obwohl Du selbst gar nicht darauf rappst. Was bedeutet Dir denn dieser Titel, der durch Deine Supporter, also die Menschen die Deine Musik im Leben haben, zum Leben erweckt wurde?

Sabrina: Ich finde es einfach eine sehr schöne Sache, dass die Supporter und alle die da angerufen haben diesen Gedanken mit mir geteilt haben, was das Leben halt schöner und intensiver macht. Für mich ist es ein wunderschönes Outro geworden, dass ich mir auch immer wieder sehr gerne anhöre.

YT:  Wenn man die CD aus der Halterung löst, steht da zu lesen: „Am Anfang war es nur ein Gedanke“. Da stellt sich doch die Frage: was war denn zuerst da - Rot oder die Songs?

Sabrina:  Das klingt ja fast so wie die Frage: was war zuerst da: das Huhn oder das Ei…

YT: Ja genau!

Sabrina: Ja, es war so: ich hatte mich entschieden, eine neue Platte zu machen und ich war mir darüber bewusst, dass es auf keinen Fall so werden sollte wie Sabs. Es sollte was ganz anderes sein, aber was, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auch der Moses hat, gesagt es soll was anderes sein, aber was genau wussten wir eben noch nicht. Komischerweise kam er dann ständig mit diesem „Rot“ an. Rot, Rot, Rot! Zuerst dachte ich: Rot? Was soll das? Anfangs bist Du dann so durch die Stadt und durch die Welt gelaufen und alles, was Du gesehen hast, ist auf einmal einfach rot und Dir dadurch dann total ins Auge gestochen. Plötzlich war das Leben ganz Rot! Dann war klar, das Album muss einfach Rot heißen. Um das noch etwas genauer zu erklären, ein Beispiel: als das Mädel da gerade eben die Treppe hochgelaufen ist (gemeint ist ein Mädel, das gerade durch die Eingangstür des Funkhauses hereinspaziert kam, Anm. der Redaktion), ich kann Dir nicht sagen wie ihr Gesicht ausgesehen hat, aber ich weiß, dass sie rote Schuhe anhatte! Also, so völlig Banane! Aber rot ist nicht nur eine Signalfarbe, sondern es ist auch wirklich eine Lebensart. Das ist wie Du eben gesagt hast: Rot heißt man kann in die Luft gehen, man wird rot vor Wut, man könnte platzen, was weiß ich, aber es ist auch Liebe! Gerade dieses Konträre, das ist einfach das Leben.
Am Anfang war es nur dieser Gedanke, und daraufhin haben wir irgendwelche Floskeln erfunden so wie: Alles wird rot, Rot für die Welt, und ab dann war das ein Selbstläufer. Aber am Anfang war es einfach nur eine Idee: Rot.

YT: Vielleicht macht gerade das dieses Album zu einer echt runden Sache...

Sabrina: Ja, das finde ich auch. Am Anfang dachte ich schon: Rot, Rot, Rot! Jetzt musst Du ständig rote Klamotten anziehen. Aber es geht gar nicht so sehr um die Farbe, es geht darum, was es ausstrahlt. Ich hab zum Beispiel immer ein Lächeln drauf, wenn ich was Rotes sehe.

YT: Nun, an der Stelle müssen wir zugeben, wir hatten anfangs schon überlegt, ob wir vielleicht so als Gag komplett in rot ankommen sollen...aber wir dachten dann, das geht bestimmt auch so...

Sabrina: (lächelt) Na klar, das geht auch so. Am Anfang habe ich zu Moses gesagt, er soll froh sein, dass ich nicht rot-grün-blind bin...aber das hat ihn wenig interessiert...(grinst und setzt nach) unglaublich, der Mensch! Also Hauptsache, ihr seid nicht rot-grün-blind.

YT: Welche Musik legst Du Dir denn zu Hause privat so auf?

Sabrina: Wenn Du Dir das Album anhörst, dann hörst Du eigentlich schon viel raus...

YT: Meinst Du sowas wie die Erwähnung von „Du von Glashaus“ im wunderbaren das fühlt sich gut an?

Sabrina: Ja gut, Glashaus ist ja Moses, also warum sollte ich mir das nicht anhören? Das wäre ja doof, wenn ich unsere eigenen Sachen wie Sebastian Hemer, Illmatic oder Glashaus oder so nicht anhören würde. Logo, die Sachen die wir im Haus machen, die hör ich mir natürlich an. Aber ich meinte dass jetzt ganz anders, mehr von der Stimmung der Platte her, oder was für Tracks da drauf sind...also ich persönlich höre von RnB und Hip Hop über Jazz bis zu Elektronik Sachen total querbeet, es ist alles dabei. Ich sage mal so: alles, was mich in irgendeiner Art und Weise berührt, ist etwas, womit ich arbeiten kann. Ich kann Dir jetzt keinen einzigen Künstler sagen, denn oftmals sind das zum Beispiel nur drei Zeilen, die mich total berühren und wo ich einfach sage "Wow, das ist ja fantastisch". Nicht, weil dass jetzt gerade der Künstler ist, sondern einfach diese drei Zeilen oder eine Melodie. Also ich bin da sehr offen und höre eigentlich sehr viel Musik. Und ich höre auch sehr intensiv Musik. Ich lass mich dann von Musik inspirieren und umarmen. Ich denke, das hört man auf dem Album auch raus. Ich mag eigentlich fast alles, außer wenn man mir jetzt das Ohr vollbrüllt.

YT: In der nächsten YT-Ausgabe gibt es einen Artikel über Glück. Was bedeutet denn für Dich Glück und was macht Dich glücklich?

Sabrina: Das ist so lustig, dass Du das fragst! Ich hab nämlich einen Kalender in der Küche...naja, eigentlich ist es so: es gibt da einen Supporter, der schickt meiner Schwester (arbeitet auch als Head of Promotion und Live bei 3-P.de, Anm. der Redaktion) jedes Jahr so einen Kalender zu Weihnachten. Da sind immer so wechselnde Sprüche im zwei Wochen Takt drauf. Da meine Schwester den nicht so oft benutzt, hängt der Kalender in meiner Küche. Jedes mal, wenn ich eine neue Seite umdrehen darf, bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind. Dieses Mal stand drauf: Du kannst nur dann glücklich sein, wenn Du mit Dir selber im Frieden bist.
Das ist für mich die Antwort auf Deine Frage. Ich glaube, wenn Du mit Dir selbst im Reinen bist, dann kannst Du glücklich sein. Auch der Spruch: Du bist Deines eigenen Glückes Schmied ist so zutreffend. Weißt Du, im Grunde genommen könntest Du dir das Leben auch künstlich schwer machen. Ich könnte jetzt zum Beispiel ein Drama darum machen, dass ich echt tierische Kopfschmerzen habe. Damit könnte ich eine abendfüllende Diskussion beginnen, aber man kann auch einfach sagen: „Okay es ist nun mal so, hast Du mal 'ne Tablette?“, und dann ist es auch gut.
Ich mein, was kann ER (zeigt auf redenmit Moderator Wolfram) denn jetzt dafür?
(hält inne) Obwohl, er ist überhaupt an allem schuld! Selbst an der Überflutung in Uganda ist er schuld!! (Lacht). Aber an meinen Kopfschmerzen vor allem!!!
Nee ernsthaft, es geht wirklich darum, dass Du mit Dir selbst glücklich sein musst und dann kannst Du auch im Ganzen wirklich glücklich sein. Das ist doch auch unheimlich wichtig für Deine Mitmenschen. Je glücklicher Du bist und je mehr Friede Du auch ausstrahlst, desto mehr kann ein Mensch dich auch annehmen. Wenn Du immer neben einem muffigen Menschen sitzt, dann fängst Du irgendwann zwangsläufig an auch muffig zu werden. Das merkst Du ja auch selber, wenn Du nicht gut drauf bist, dann gehst Du weniger raus, als wenn Du gut drauf bist. Letztendlich glaube ich wirklich, dieser Spruch Du kannst nur glücklich sein, wenn Du deinen inneren Frieden mit Dir geschlossen hast, ist sehr zutreffend.

YT: Sehr, sehr schönes Statement.

Sabrina: Ja, Du kannst Dich bei dem Kalender bedanken!

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YT: Zum Schluss noch eine letzte Frage: Was war die wichtigste Lektion, die Du in Deinem Leben gelernt hast?

Sabrina: Das glaube ich, ist so ein Ding... (überlegt) Du lernst ja immer wieder. Das mit dieser heißen Herdplatte hast Du schon in 500 Varianten gehabt, deswegen finde ich es ja auch so gut, dass man Lektionen im Leben hat. Du stehst nicht still und Du wirst immer wieder Fehler machen und Du wirst auch immer wieder daraus lernen. Du wirst die Fehler dann nicht genau so wieder machen, Du wirst sie aber anders machen, und Du wirst anders daraus lernen. Deswegen denke ich, dass da noch einige Lektionen für mich bereitstehen. Ich will jetzt nicht sagen, ich freu mich da drauf, aber ich bin gespannt. Für mich bedeutet das einfach: Erfahrungen und darauf folgend: Entwicklungen. Ich kann nicht sagen: das war die wichtigste Lektion in meinem Leben, weil ich noch nicht fertig bin. Jeder Tag ist für mich eine neue Lektion und von daher: ich bin willig und bereit, alles aufzusaugen, was es da draußen zu sehen gibt.
(kurze Pause) Hauptsache, es greift nicht mein Gesicht an :-)

YT-Fazit: Sabrina Setlur ist eine attraktive, starke Persönlichkeit, die weiß, was Sie will und die schon einige Lektionen im Leben, im Musik Biz und im Umgang mit mal netteren mal weniger netten Medien gemacht hat und uns auf ihrem neuen Album daran teilhaben lässt. Youth Today durfte Sabrina Setlur als freundlichen, witzigen und offenen Menschen und als ernsthafte und erfolgreiche Künstlerin kennenlernen. Ganz zum Schluss hat Sie Youth Today noch verraten, dass die nächste Single das fabulöse „I think I like it" sein wird (erscheint am 19. Oktober). And people watch out! Sabrinas Worte zum Videodreh waren: „ Man hat mich noch nie so viel tanzen gesehen wie in diesem Video, und das auf irrsinnig riesigen Absätzen!!“ Wir sind gespannt!
Leute, abschließend gibt es nur zu sagen: wer wissen will, wie Rot auch euer Leben schöner und intensiver macht, schnallt euch die Platte auf die Ohren und lauft mal wieder durch die Straßen, ihr werdet sehen, welchen Stellenwert die Farbe Rot auf einmal einnimmt.
Dankeschön für dieses schöne Interview, Sabrina. Komm bald, bald wieder ins Saarland. Saarbrücken freut sich wie rot darauf!

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