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IN EXTREMO - Nulla vita sine musica: Ein Dr., ein Einhorn, ein Langer und andere Flexible Typen bringen die Alte Schmelz zum beben!
Text und Fotos: Rock-Chick.de ***Alle Bilder hier***


Am 11.08 hatte der Musikgott Augen und Ohren ganz sicher auf St. Ingbert gerichtet. Einem Termin Engpass ist es zu verdanken, dass das In Extremo Konzert nicht im E Werk sondern in der Alten Schmelz stattfand. Ein glücklicher Zufall wie sich schnell herausstellte. Auch wenn das E-Werk eine schöne Location ist, so unterstrich der raue Charme der alten Fabrik Halle, in der der Hebe Kran noch in der Mitte der Halle wie ein Mahnmal über den Köpfen thront, den unvergleichlichen Stil der „Mittelalter-Rock-Combo“ In Extremo. In Extremo zu klassifizieren, da tut man sich schwer mit , meiner Meinung nach. Eindeutig sind die Bandmitglieder infiziert, von einem Virus der seinen Ursprung im tiefsten Mittelalter hat, als Spielmänner buchstäblich um ihr Leben sangen in uns heute vollkommen fremden Sprachen und mit fremdartigen Instrumenten. Keine andere Band hat die Faszination der vergangenen Zeiten, so gut ins heutige Jahrhundert importiert. Mit Hard Rockelementen gewürzt ist die Musik ebenso wenig kategorisierbar wie auch die tausenden von treuen Fans die zu den INEX Konzerten strömen.
Die Musik ist einfach stark, kraftvoll, exakt gespielt und mitreißend. Genau wie die vom letzten Einhorn interpretierten Geschichten die mal in Deutsch mal in ganz alten, vergessenen Sprachen vorgetragen werden.
Ich kann nur an die appellieren die beim Gedanken an Dudelsack und Minnesänger die Nase rümpfen, sich einfach mal live von INEX überzeugen zu lassen, dann möge jeder nach seiner Fasson urteilen.
Aber nun zum wesentlichen: Der 11.08.2007, St. Ingbert. Die Halle war wohl für die wenigsten schwer zu finden. Am besten einfach einem vollkommen fremd erscheinenden Nummernschild hinterher fahren und irgendwo zwischen den hunderten von kreuz und quer parkenden Autos, eine geeignete Lücke finden und dem Menschentross hinterher hetzen. Schon befindet man sich auf dem Gelände der alten Schmelz. Hier, wo früher Stahl und Eisen verarbeitet wurden, würde an diesem Abend wieder buchstäblich die Luft brennen.
Die Halle ist bei meiner Ankunft schon gut gefüllt und draußen unterhielten sich die weniger lichtscheuen Menschen und genossen die letzten warmen Sonnenstrahlen. Die Fans könnten unterschiedlicher nicht sein: von Kleinen Kiddies an den Händen ihrer Eltern bis zum Spätfünfziger, von denen in normaler Alltagskluft bis zu wahnsinnig fantasievollen Gothic-Bräuten bis hin zum Metaller. Es ist alles dabei. Allein die fantasievollen Gewänder und Make Ups sind schon fast den Weg wert. Hinzukommt dass die INEX Fans meist als sehr freundliche und lustige Spießgesellen auffallen. Dafür schon mal einen ganz dicken Daumen hoch! Die Halle ist ordentlich groß. Rechts und links säumen sich dicke Peiler die die Decke halten, an deren Mitte ein riesiger Kran befestigt ist. Am anderen Ende der Halle gegenüber des Einganges sieht man die Große Bühne und erkennt schon das In Extremo Schiff, das Bühnenbild der rauen Spree Tour. Über der Bühne ziert ein kleines, rundes Fenster die Hallenwand und gibt der Szenerie den letzen Tupfen Charme.
Pünktlich um 20 Uhr beginnt das Programm der Vorband Blind. Blind kann man sich gut anhören, Vier Jungs die sauberen Alternative an die INEX Fans bringen. Manche schwingen begeistert die Mähnen, andere sehen eher distanziert zu. Zugegeben Blind spielt mit Alternative nicht gerade in der gleichen Musikliga wie In Extremo, aber dennoch erweisen sich die Jungs als erfolgreiche Warm Upper und wurden mit armen Applaus verabschiedet. Besonders sympathisch waren wohl bei Blind das Tier am Schlagzeug (wahnsinnig gut) und die aufrufe ans Publikum In EXTREMO zu rufen.
Nach 45 Minuten folgte die Umbauphase in denen sich dann auch die letzten Fans in Richtung Bühne quetschten und in dem die In Extremo Rufe zu einer echten Bedrohung für die Ohren mauserten. Dann endlich: Licht runter und das letzte Einhorn auf der Bühne stimmt die ersten Töne von Spielmann an. Ein echt magischer Moment der das Publikum sofort in seinen Bann zieht.
Auch wenn Michi das Publikum mit „Hallo Saarbrücken“ begrüßt, grölen alle begeistert zurück. Wie er später dann ehrlich zu gibt, hat der Sänger leider komplett den Überblick verloren wo sie sich gerade befinden. Nun, das ist nach einer solchen Mammut Tour zum zehnjährigen Jubiläum und dem Locationwechsel nicht wirklich erstaunlich. Aber gegen Ende (bei „rotes Haar“) hat er sich dann ja doch noch „ins Saarland verliebt“.
Sauber, kraftvoll und rockig werden die Titel zelebriert und es fällt immer wieder die tiefe Verbundenheit zwischen Band und Publikum auf.
Im Repertoire finden sich die meisten Titel der aktuellen Platte 10, die Klassiker die man erwartet und die jedes mal wieder Spaß machen.
Familienmensch Michael „das letze Einhorn“ Rhein fällt dann in der letzte Hälfte des Sets noch ein kleiner Junge auf, der sich tapfer vorne in der ersten Reihe durchkämpft und ruft den stolzen Knaben samt Eltern spontan zu „Küss mich“ auf die Bühne. Den Abend vergessen die drei ganz bestimmt nicht so schnell!
Auch sonst wir d wohl keiner ein In Extremo Konzert vergessen. Zusätzlich zur packend zelebrierten Musik spornen meterhohe Feuersäulen und alle mögliche Pyroeffekte das Publikum immer weiter an. Beim Spielmannsfluch ist die Halle außer Rand und Band. Glückliche Menschen verlassen an diesem Samstagabend die alte Schmelz in IGB und verteilen sich auf die Autos die sie nach Hause oder auf die zwei (!) In Extremo After Show Partys fahren und ich bin mir sicher auch der Musikergott war an diesem Tag sehr zufrieden.
Infos: www.blindpage.de
www.inextremo.de